Die MAC-Adresse ist eine eindeutige Kennung, die mit deiner physischen Netzwerkschnittstelle (kabelgebundenes Ethernet oder WLAN) verknüpft ist und natürlich zur Verfolgung genutzt werden könnte, wenn sie nicht randomisiert ist. Wie schon bei der IMEI führen Hersteller von Computern und Netzwerkkarten üblicherweise Protokolle über ihre Verkäufe (in der Regel einschließlich Dingen wie Seriennummer, IMEI, MAC-Adressen, …), und es ist auch für sie wiederum möglich nachzuverfolgen, wo und wann der Computer mit der betreffenden MAC-Adresse verkauft wurde und an wen. Selbst wenn du ihn bar in einem Supermarkt gekauft hast, hat der Supermarkt möglicherweise dennoch eine Videoüberwachung (oder direkt vor dem Geschäft befindet sich eine), und auch hier könnten Zeit/Datum des Verkaufs genutzt werden, um über die Antennenprotokolle des Mobilfunkanbieters zu diesem Zeitpunkt (IMEI/IMSI) herauszufinden, wer dort war.
Auch die Hersteller von Betriebssystemen (Google/Microsoft/Apple) führen in ihren Protokollen Aufzeichnungen über Geräte und deren MAC-Adressen zur Geräteidentifikation (etwa Dienste vom Typ “Find my device”). Apple kann erkennen, dass das MacBook mit dieser bestimmten MAC-Adresse zuvor mit einem bestimmten Apple-Konto verknüpft war. Vielleicht mit deinem, bevor du dich entschieden hast, das MacBook für sensible Aktivitäten zu nutzen. Vielleicht mit einem anderen Nutzer, der es dir verkauft hat, sich aber an deine E-Mail-Adresse/Nummer aus der Zeit des Verkaufs erinnert.
Dein Heimrouter/WLAN-Zugangspunkt führt Protokolle über Geräte, die im WLAN registriert sind, und auf diese kann ebenfalls zugegriffen werden, um herauszufinden, wer dein WLAN genutzt hat. Manchmal kann dies aus der Ferne (und unbemerkt) durch den Internetanbieter geschehen, je nachdem, ob dieser Router/WLAN-Zugangspunkt aus der Ferne vom Anbieter “verwaltet” wird (was häufig der Fall ist, wenn er seinen Kunden den Router stellt).
Einige kommerzielle Geräte führen für verschiedene Zwecke wie die Verkehrsstauerfassung Aufzeichnungen über MAC-Adressen, die sich in der Umgebung bewegen.
Daher ist es wiederum wichtig, dein Telefon nicht mitzunehmen, wenn/wo du sensible Aktivitäten durchführst. Wenn du deinen eigenen Laptop nutzt, ist es entscheidend, diese MAC-Adresse (und Bluetooth-Adresse) überall dort zu verbergen, wo du ihn nutzt, und besonders darauf zu achten, keine Informationen preiszugeben. Glücklicherweise bieten viele aktuelle Betriebssysteme inzwischen die Funktion oder die Möglichkeit, MAC-Adressen zu randomisieren (Android, IOS, Linux und Windows 10) mit der bemerkenswerten Ausnahme von macOS, das diese Funktion selbst in seiner neuesten Version Big Sur nicht unterstützt.
Siehe: Warnung zu Smartphone-Geräten
Quelle: The Hitchhiker’s Guide to Online Anonymity, geschrieben von AnonyPla © CC BY-NC 4.0