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So sicher wie möglich ins Internet, wenn Tor und VPNs keine Option sind

So sicher wie möglich ins Internet, wenn Tor und VPNs keine Option sind

Es kann Worst-Case-Situationen geben, in denen die Nutzung von Tor und VPNs aufgrund umfangreicher aktiver Zensur oder Blockierung nicht möglich ist.

Das gilt sogar bei der Nutzung von Tor-Bridges (siehe Tor-Bridges in feindlichen Umgebungen nutzen). Nun kann es auch Situationen geben, in denen schon die bloße Nutzung von Tor oder einem VPN verdächtig und für deine Sicherheit gefährlich sein könnte. Ist das der Fall, befindest du dich womöglich in einer sehr feindlichen Umgebung, in der Überwachung und Kontrolle hoch sind.

ÄUSSERSTE VORSICHT: DIES IST HOCHRISKANT.

Aber du möchtest trotzdem etwas anonym tun, ohne Informationen preiszugeben oder zu verlieren.

In diesem Fall ist meine letzte Empfehlung, dich sicher aus der Ferne mit einem öffentlichen WLAN zu verbinden (siehe Sichere Orte mit brauchbarem öffentlichem WLAN finden), indem du deinen Laptop und den “Unsafe Browser” von Tails verwendest. Siehe https://tails.boum.org/contribute/design/Unsafe_Browser/ Archive.org.

Wenn die alleinige Tor-Nutzung verdächtig oder riskant ist, solltest du Tails NICHT erlauben, beim Start eine Tor-Verbindung aufzubauen. Gehe dazu wie folgt vor:

  • Öffne beim Start die zusätzlichen Einstellungen.
  • Aktiviere den Unsafe Browser.
  • Ändere die Verbindung von “Direkt” auf “Eine Tor-Bridge oder einen lokalen Proxy konfigurieren”.
  • Verbinde dich nach dem Start mit einem sicheren Netzwerk.
  • Beende den Assistenten für die Tor-Verbindung einfach, wenn du dazu aufgefordert wirst (um keine Tor-Verbindung herzustellen).
  • Starte und nutze den Unsafe Browser.

Ich würde dringend zur Verwendung einer Richtantenne vom Typ “Yagi” mit Langer Reichweite und einem geeigneten USB-WLAN-Adapter raten. Zumindest erlaubt dir das, dich aus einer “sicheren Entfernung” mit öffentlichen WLANs zu verbinden, aber bedenke, dass eine Triangulation durch einen entschlossenen Gegner mit der richtigen Ausrüstung weiterhin möglich ist. Diese Option sollte daher nicht über einen längeren Zeitraum genutzt werden (bestenfalls Minuten). Siehe Mit einer Antenne großer Reichweite aus sicherer Entfernung mit öffentlichen WLANs verbinden.

Die Nutzung von Tails sollte lokale Datenlecks (wie MAC-Adressen oder Telemetrie) verhindern und es dir erlauben, einen Browser zu nutzen, um zu bekommen, was du brauchst (Werkzeuge, ein VPN-Konto), bevor du diesen Ort so schnell wie möglich verlässt.

Du könntest in solchen feindlichen Umgebungen statt Tails auch die anderen Wege (Whonix und Qubes OS ohne Nutzung von Tor/VPN) verwenden, wenn du Datenpersistenz möchtest, aber das könnte riskanter sein. Ich persönlich würde es nicht riskieren, außer es gäbe absolut keine andere Option. Wenn du dich für diese Option entscheidest, wirst du sensible Aktivitäten in allen Fällen nur aus einer rücksetzbaren/wegwerfbaren VM ausführen. Niemals aus dem Host-Betriebssystem.

Wenn du darauf zurückgreifst, halte deine Online-Zeit bitte so kurz wie möglich (Minuten und nicht Stunden).

Sei sicher und äußerst vorsichtig. Das geschieht vollständig auf eigenes Risiko.

Erwäge, diesen älteren, aber immer noch relevanten Leitfaden zu lesen https://archive.flossmanuals.net/bypassing-censorship/index.html

Quelle: The Hitchhiker’s Guide to Online Anonymity, geschrieben von AnonyPla © CC BY-NC 4.0